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TAJ MAHAL FATEHPUR SIKRI AGRA FORT KHAJURAHO

Das rote Fort von Agra, Die Pracht der Moguln

Weil sich der Mogul-Herrscher Akbar in Deli nicht mehr sicher fühlte, ließ er sich im 16. Jahrhundert in Agra eine neue Festung bauen. Hier trafen sich Philosophen, es wurde Gericht gehalten, und man feierte Feste.

Die Nachfolger Akbars bauten weiter. Akbars Enkel Sha Jahan, der bauwütigste aller Moguln, ist weitgehend für die äußere Erscheinung des Forts verantwortlich. Er verwandelte es in einen prächtigen Palast mit der Marmormoschee Jahans Moti Masjid.

Als Sha Jahan Jahre später von seinem Sohn Aurangzeb gestürzt worden war, kehrte er endgültig nach Agra zurück. Hier verbrachte er unter Hausarrest seine letzten Lebensjahre. Vom Jasminturm aus konnte er auf das Grabmal seiner Lieblingsfrau blicken, den Taj Mahal. Den Thronsaal mit seinen Intarsienarbeiten in der Halle der öffentlichen Audienzen durfte er nicht mehr betreten.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Festungsanlage, teilweise märchenhafte Palastanlage mit dem Dschahangir-Palast, dem aus weißem Marmor erbauten Khas Mahal und der Audienzhalle Diwan-i-Khas

Unesco-Ernennung: 1983

1565 Bau unter dem Mogulherrscher Akbar dem Großen (1556-1605)

1566 bis zum Tod Akbars des Großen als Residenz des Mogulherrschers

1632-37 Residenz von Schah Dschahan

1636-37 Bau der Audienzhalle, Diwan-i-Khas

1646-53 Bau der marmornen Perlmoschee

1648 Verlegung der Hauptstadt des Mogulreiches nach Delhi

1803 Einnahme von Agra durch britische Truppen

 

 

Fatehpur Sikri, Die Geisterstadt des Großmoguls

Eine alte Legende berichtet von der Entstehung der "Stadt des Sieges" in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts: der kinderlose Großmogul Akbar betete in der Klause des berühmten Eremiten Salim Chisti um die Geburt eines Sohnes.

1571 wurde eines der wichtigsten Bauwerke fertig gestellt: Die "Große Moschee"

Der Heilige prophezeite ihm drei Söhne. Als tatsächlich wenig später ein gesundes Kind geboren wurde, errichtete Akbar am Wohnsitz des Eremiten aus Dankbarkeit eine ganze Stadt - Fatehpur Sikri.

In wenigen Jahren war die neue Residenz fertig gestellt. Als erstes Bauwerk entstand die Große Moschee Jami Masjid, in deren Hof dem Heiligen ein Mausoleum errichtet wurde. Noch heute pilgern indische Frauen hierher, um für männliche Nachkommen zu beten.

Der Pfeiler im Zentrum ist einzigartig in der islamischen Architektur. Er erinnert an die altindische Weltsäule, die Himmel und Erde trägt.

Ganz aus rotem Sandstein errichtet und mit allem Komfort ausgestattet, wurde Fatehpur Sikri nach kaum zehn Jahren wieder verlassen. Zurück blieb eine Geisterstadt. Heute kann man, ganz wie vor vierhundert Jahren, durch eine intakte, hochherrschaftliche Stadt wandeln: Mehrstöckige Paläste, Gärten und ein Marktplatz, ein Wasserwerk, unzählige überdachte Gänge, Treppen und Terrassen. Sie sind Zeugnis der architektonischen Meisterleistung Akbars. Die untergegangene Metropole vereint zwei Gegensätze: die figurative Architektur der Hindus und die geometrische des Islam.

Dennoch hätte Akbar eine Inschrift, die er auf dem Höhepunkt seiner Macht am Tor der Großen Moschee anbringen ließ, ernster nehmen sollen: "Die Welt ist eine Brücke. Gehe darüber hinweg, aber baue kein Haus darauf. Was vom Leben bleibt, ist ohne Wert."

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: einstige Hauptstadt des Mogulreiches

UNESCO-Ernennung: 1986

1556-1605 Mogulherrscher Akbar

1568 Begegnung zwischen Akbar und dem Mystiker Sheikh Salim Chisti

20.8.1569 Geburt des Thronfolgers Dschahangir / 1569-74 auf dem Hügel Sikri Bau einer Residenz

1571 Errichtung einer 10 km langen Befestigungsmauer, Bau der Großen Moschee mit einem Hof von 109x133 m, dort Marmormausoleum des Heiligen Sheikh Salim Chisti

1572 Umbenennung in Fatehpur Sikri / 1575-76 Bau des 54 m hohen Buland Darwaza

1585/86 Aufgabe als Hauptstadt des Mogulreiches

1619 Dschahangir zieht wegen einer Pestepidemie kurzzeitig von Agra nach Fatehpur Sikri

1882 archäologische Arbeiten

Khajuraho, Liebesspiele für die Götter

Erotische Kunst zur Verherrlichung der Götter. Die Tempel von Khajuraho in Zentralindien lösen noch heute bei vielen Besuchern Empörung oder Verwirrung aus.

"Einige der Skulpturen sind extrem unzüchtig und anstößig" so T.S. Burt, der englische Armeehauptmann.

Die über 2000 Skulpturen an den Außenwänden der Tempel zeigen Götter, Himmelstänzerinnen, Engel, Fabeltiere und Maithunas: Paare beim Akt. Kaimur-Sandstein erlaubte den Bildhauern, genaueste Einzelheiten zu gestalten. In einem Ausbruch kreativer Energie erschufen sie eine überschwängliche Verherrlichung des Lebens, ein opulentes, sinnliches und heiteres Aufeinandertreffen der göttlichen und der profanen Welt. Doch im Zusammenhang mit der hinduistischen Mythologie müssen die erotischen Darstellungen angemessen interpretiert werden. Im Liebesakt wird nicht nur die Vereinigung von Mann und Frau, sondern auch der Zeugungsakt der Weltschöpfung durch die Götter gesehen.

Von den ehemals 85 Tempeln, die vor 1000 Jahren gebaut wurden, sind heute noch 25 erhalten. Sie gehören zu den künstlerischen Wundern der Welt. Jeder Tempel wurde nach festgelegten Regeln gebaut und dabei dem Aufbau des menschlichen Körpers nachempfunden.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: in drei »Tempelbezirken« 25 hinduistische und jainistische Tempel mit teilweise erotischen Reliefs und Skulpturen

UNESCO-Ernennung: 1986

9. Jh. Bau von Chausath Yogini mit ehemals 64 Kultzellen der Dienerinnen der Göttin Kali

930-50 Bau des sandsteinernen Lakshmana-Tempels, dem Vishnu geweiht und nach dem Halbbruder Ramas, der 7. Inkarnation Vishnus, benannt

950-70 Parshvanatha, der größte und schönste der Jaina-Tempel mit tigerähnlichen Mischwesen und bezaubernden Liebespaaren

1000-25 Jagadambi-Tempel für die Verehrung der blutrünstigen Kali

um 1130 Bau des Kandariya-Tempels (Kandariya Mahadeva)

1150 Bau des Duladeo-Tempels

1870 »Neubau« des jainistischen Shantinatha-Tempels (ursprünglich 11. Jh.)


 

Taj Mahal, Denkmal ewiger Liebe

Taj Mahal - das Grabmal aus Marmor - wurde vom indischen Großmogul Shah Jahan 1651 für seine Lieblingsfrau Mumtaz Mahal erbaut, die bei der Geburt ihres 14. Kindes starb.

Der Taj Mahal - das schönste Bauwerk der Welt

Untröstlich über ihren Tod ließ er einen Prunkbau aus rotem Sandstein und Marmor errichten, eine Meisterleistung indo-islamischer Kunst.

Um den "zu Stein gewordenen Seufzer" zu verwirklichen, wurden die geschicktesten Handwerker aufgeboten. Sie schufen das Mausoleum mit seinen 22 Kuppeln, mit den 40m hohen Minaretten an den vier Ecken der Umfassungsmauer. Im Zentralbau fanden Mumtaz Mahal und später auch ihr Gemahl Sha Jahan ihre gemeinsame Ruhestätte.

Die Geschichte begann 1607 im kaiserlichen Bazar. Der 18 Hektar große Garten mit seinen Zypressen und Teichen ist eine Vision des göttlichen Paradieses auf Erden.

Im heutigen Bundesstaat Uttar Pradeshs gelegen, wurde der Prunkbau in aller Welt zum märchenhaften Symbol für den indischen Subkontinent.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: ein marmornes Grabmal, eine 300 m breite Gartenanlage mit zentralem großem Wasserbecken, in der Zentralhalle die Leergräber (Kenotaphen) von Schah Dschahan und Arjamandbanu Begam (Mumtaz-i Mahal)

UNESCO-Erkennung: 1983

1631-48 Bau der monumentalen Grabstätte für die Lieblingsfrau des Mogulherrschers Dschahan, Arjamandbanu Begam (Mumtaz-i Mahal)

1632-37 Agra als Residenz von Schah Dschahan

1666 Tod von Schah Dschahan


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